In diesem Ratgeber soll es um das Einrichten und die Grundlagen der Bedienung einer Nähmaschine gehen. Allerdings solltest du das Nähen mit einer Nähmaschine nicht nur theoretisch, sondern am besten im praktischen Umgang mit der Maschine lernen. Wir zeigen dir, was du vor dem Start alles beachten solltest und was zu tun ist, wenn doch mal etwas schiefgeht.

Erste Schritte: Was muss ich vor dem Nähen beachten?

Wichtig ist, dass du dir Zeit für das Nähen nimmst. Nicht alles wird am Anfang funktionieren und eine absolut gerade Naht braucht ohnehin etwas Übung. Außerdem solltest du dir das Handbuch durchlesen, denn hier findest du alle wichtigen Anleitungen und Bezeichnungen.

Was eignet sich als mein erstes Nähprojekt?

Dein erstes Nähprojekt sollte etwas unkompliziertes sein, was sich schnell und ohne umfangreiche Schnittmuster herstellen lässt. Auch wenn es langweilig klingt, kannst du an einem selbst genähten Kissenbezug oder einer Tischdecke die Näh-Grundlagen lernen und erfahren, was „selber nähen“ bedeutet. Zum Start bieten sich aber auch Handytaschen oder Stoffbeutel ohne Reißverschluss an.

Von Kleidungsstücken sollten zu Beginn noch die Finger gelassen werden, da hier die Anforderungen und auch die Schnittmuster schwieriger und nicht leicht zu verstehen sind. So überwiegt dann der Frust und die Nähmaschine könnte schneller als gedacht wieder im Schrank landen. Dein Näh-Projekt scheitert somit, noch bevor es richtig begonnen hat.

Die richtige Ausrüstung: Welches Näh-Zubehör benötige ich?

Neben der Nähmaschine benötigst du noch eine stabile Unterlage und ein Maßband. Am besten eignet sich dafür natürlich ein Tisch und eine Schneidematte. Außerdem sollte für genügend und helles Licht gesorgt sein, je nachdem bietet sich hier auch eine spezielle Nählampe an.

Zusätzlich brauchst du eine Stoffschere oder einen Rollschneider, ein Nadelkissen, Stecknadeln, eine Nähkreide oder einen Stift, um Sachen auf dem Stoff anzuzeichnen und ein Maßband.

Nähmaschine

Für das Nähen selbst benötigst du dann noch das Nähgarn und die Nähmaschinennadeln. Den Stoff solltest du dabei jedoch nicht vergessen. (Foto: skeeze / pixabay.com)

Der Stoff und das Garn sollten im Regelfall möglichst die gleiche Farbe haben, damit die Naht auf dem Stoff schließlich nicht zu sehr auffällt. Jedoch kannst du dich hier auch für eine Farbe entscheiden, die sich vom Stoff etwas abhebt.

Los geht’s: Wie richte ich die Nähmaschine ein und benutze sie richtig?

Bevor du mit dem Nähen loslegen kannst, muss nun die Nähmaschine eingerichtet werden. Dazu stellst du sie auf eine stabile Unterlage, schließt sie an den Strom an, steckst das Fußpedal in die Nähmaschine und schaltest sie ein. Meistens befindet sich an der rechten Seite der Maschine ein An- und Ausschalter. Dann sollte das Licht an der Nähmaschine angehen. Nun ist die Maschine einsatzbereit.

Wie fädel ich den Unter- und Oberfaden ein?

Nun musst du den Faden einfädeln. Auf den meisten neuen Nähmaschinen ist es üblich, dass der Einfädelungsvorgang mit Nummerierungen am Außengehäuse angegeben ist. Hier kannst du dich also nach den Nummern auf deiner Maschine orientieren.

Generell lassen sich vier Schritte beim Einfädeln der Nähmaschine nennen:

  • Unterfaden aufspulen
  • Unterfadenspule einsetzen
  • Oberfaden einfädeln
  • Unterfaden hochholen

Am besten lernst du das Einfädeln, wenn du es selber mehrmals an einem Beispiel gesehen oder selbst gemacht hast. Je nach Modell kann der Einfädeln-Vorgang etwas abweichen, daher orientiere dich an der Anleitung im Handbuch zu deiner Nähmaschine.

Wie funktioniert das Fußpedal und das Handrad?

Mit dem Fußpedal (auf dem Boden) steuerst du die Geschwindigkeit, mit der sich dann die Nähnadel bewegt. Je mehr Druck du auf das Pedal gibst, desto schneller bewegt sich die Nadel.

Am Anfang solltest du mit einer geringeren Näh-Geschwindigkeit arbeiten, damit die Naht möglichst gerade bleibt. Mit dem Handrad wird die Nähmaschinennadel manuell auf und ab bewegt werden. So sorgst du für eine präzise und kontrollierte Nadelführung.

Der erste Nähversuch

Nachdem die Nähmaschine eingerichtet ist, können nun die ersten Nähversuche folgen. Bevor du aber mit dem eigentlichen Nähprojekt beginnst, solltest du zunächst auf einem Stück Reststoff etwas üben. Nimm ein möglichst dünnes Stück Stoff und lege dieses unter den sogenannten Nähfuß. Wenn du nähst, sollte sich der Stoff zu deiner Linken Seite befinden.

Nun wird der Nähfuß auf den Stoff gesenkt, dazu muss ein Hebel hinter dem Nähfuß betätigt werden. Halte die losen Enden der Fäden fest, tritt leicht auf das Fußpedal und beginne zu nähen. Nach ein paar Stichen können die Fadenenden losgelassen und so mit beiden Händen der Stoff in Position gehalten werden.

Stichart wechseln: Welche Sticharten gibt es und welcher Stich ist der richtige?

Bei den meisten modernen Nähmaschinen können die Sticharten durch einen Knopfdruck oder einen Regler am Gehäuse der Maschine geändert werden. Außerdem können auch die Breite und Stichlänge angepasst werden. Je nach Nährarbeit bietet sich dann eine andere Stichart an.

Dabei lassen sich die Sticharten in die „klassischen Sticharten“ und die „Zierstiche“ unterteilen. Wir haben dir die gängigsten Sticharten zusammengestellt.

Klassische Sticharten und ihre Funktionen:

  • Geradstich: Zusammennähen von Stoffen
  • Dreifach-Generation: Verstärkte Form des Geradstiches, extra starke und haltbare Naht
  • Heftstich: Loses Zusammennähen; Versäubern von Kanten; Verstärken von Nähten
  • Raupenstich: Lochstickereien; Stopfen von Rissen
  • Dreisteppzickzack-Stich: Flicken aufsetzen; Gummibänder aufnähen
  • Zickzackstisch: Elastischen Nähte; Befestigung von Spitzeneinsätzen
  • Dreifach-Zickzackstich: Ziernaht (zum Abschließen von Säumen)

Zierstiche:

  • Wagenstich: Zierstich bei elastischen Säumen
  • Forgottstich: Zierstich bei elastische Stoffarten
  • Blindstich: Zickzack-Stich für Säume und Stoffkanten

Nadel wechseln – Wie funktioniert das?

Als erstes sollte die Nähmaschine beim Wechsel der Nähmaschinennadel immer ausgeschaltet sein, damit du dich nicht verletzen kannst. Danach drehst du das Handrad so lange in deine Richtung, bis sich die Nähnadel an dem höchsten Punkt befindet.

Wenn sich bereits eine Nadel in der Maschine befindet, muss diese dann aus der sogenannten Nadelklammer gelöst werden: Halte dafür die Nadel mit einer Hand fest und drehe mit der anderen Hand die Schraube, bis sich die Nadel löst und du sie nach unten herausziehen kannst.

Nun nimmst du die neue Nadel und hältst diese mit der abgerundeten Seite zu dir und die flache Nadel-Seite zeigt in die Richtung der Maschine. So positioniert führst du die Nadel bis zum Ansatz in die Nadelklammer und drehst die Schraube wieder fest.

Welche Nähmaschinennadeln gibt es?

Für ein optimales Näh-Ergebnis ist es wichtig, die passende Nähmaschinennadel mit der richtigen Stärke zu wählen, damit der Stoff nicht beschädigt wird. Die Nähmaschinennadeln gibt es in unterschiedlichen Stärken und wird durch eine Zahl auf der Nadel angegeben.

Die Nähnadel sollte passend zum Stoffmaterial gewählt werden, da ansonsten der Stoff oder die Nadel beschädigt werden können.

Dabei gilt: je dünner der Stoff, desto niedriger sollte die Nadelstärke, sprich die Zahl auf der Nadel, sein. Bei dickeren Stoffen sollte die Nadel stärker sein. Für den Anfang eignet sich am besten die sogenannte Universal-Nadel. Diese kann für viele Baumwollstoffe genutzt werden und wird daher auch für die ersten Nähprojekte ausreichen.

Bei dehnbaren Stoffen eignet sich eine Jersey-Nadel. Bei besonders dehnbaren oder elastischen Stoffarten wie Fleece sollte eine Stretch-Nadel verwendet werden. Mit Microtex-Nadeln lassen sich wiederum feine oder dicht gewebte Stoffe bearbeite. Damit sind diese Nadeln für Seide oder Mikrofaser geeignet.

Wie der Name es schon sagt, eignen sich Leder-Nadeln für die Verarbeitung von Leder, da hier die Nadel eine Dreikantschneidespitze hat und so feine Löcher in das dicke Leder sticht. Wenn du einen Jeans-Stoff verarbeiten möchtest, solltest du zu der entsprechenden Jeans-Nadel greifen.

Was muss ich bei meinem Nähprojekt zusätzlich beachten?

Bevor du mit deinem eigentlichen Nähprojekt anfängst, solltest du auf einem Stück Stoff verschiedene Nähte und Sticharten ausprobieren. So bekommst du ein Gefühl für die Näh-Geschwindigkeit und kannst üben, gerade Nähte zu stechen. Hast du eine Näharbeit fertiggestellt, solltest du abschließend die Nähte bügeln. So halten die Nähte doppelt gut und bringen dein Nähprojekt direkt in die gewünschte Form.

Welche Stoffe eignen sich für welches Nähprojekt?

Je nach Nähprojekt eignen sich andere Stoffarten. Du solltest daher generell darauf achten, dass du ein Material mit den passenden Stoff-Eigenschaften für deine Näharbeit auswählst. In der Regel wird dies aber bei Näh-Anleitungen auch angegeben. Baumwolle eignet sich beispielsweise für viele Näharbeiten und ist für Näheinsteiger der ideale Stoff.

Nähen Baumwolle

Da Baumwolle relativ strapazierfähig ist und sich im Vergleich zu elastischeren Stoffen bei der Verarbeitung nicht so leicht verzieht, fällt die Arbeit und die Verarbeitung des Stoffes leichter aus. (Foto: 947051 / pixabay.com)

Ursachen und Tipps, wenn die Nähmaschine nicht mehr richtig näht:

Gerade wenn man noch ein Näh-Anfänger ist, können schnell Fehler in der Handhabung passieren. Anschließend näht die Nähmaschine nicht mehr richtig und Probleme entstehen. Deshalb haben wir in diesem Ratgeber auch einige Probleme aufgelistet und geben Tipps, woran es liegen könnte und wie du diese Fehler eventuell selbst beheben kannst.

Oberfaden ist gerissen – Was nun?

Grundsätzlich kann es eine Vielzahl an Gründen geben, warum ein Oberfaden reißt. Deshalb nennen wir dir hier nur drei mögliche Ursachen, die den Faden reißen lassen können:

Beim Einfädeln kann schnell ein Schritt übersehen werden, dann ist der Faden nicht richtig eingefädelt und kommt es zu einer Reibung. Der Faden wird beim Nähen strapaziert und reißt irgendwann. Deshalb solltest du immer kontrollieren, ob der Faden richtig eingefädelt ist und diesen gegebenenfalls noch einmal neu einfädeln.

Häufig liegt es aber auch an der Nähmaschinen-Fadenspannung, wenn diese falsch eingestellt ist.  Anhand des Handrads kannst du erkennen, ob die Fadenspannung zu stark oder zu schwach eingestellt ist. Wähle am besten die mittlere Einstellung.

Ein weiterer Grund könnte mit dem Abspulvorgang des Oberfadens zu tun haben. Hier könnte die Garnrolle zu fest auf dem Stift aufsitzen und dadurch festklemmen.

Die Rolle sollte sich jedoch immer leicht drehen, da es ansonsten zum Verheddern kommen kann und der Faden dann durch den zu starken Druck reißt. Kontrolliere also den Durchmesser der Garnrolle und erweitere diesen, wenn nötig oder wechsele die Garnrolle komplett.

Warum greift die Nähmaschine den Unterfaden nicht?

Wenn die Nähmaschine den Faden nicht greift, kann dies verschiedene Gründe haben. Zunächst solltest du den Faden noch einmal komplett neu einfädeln und die Fadenspannung überprüfen und je nachdem stärker oder schwächer einstellen. Sollte dies nicht helfen, kann entweder das Material zu dick sein oder die Garnspule ist nicht richtig aufgerollt.

Warum „frisst“ die Nähmaschine den Stoff?

Wenn die Maschine beim Beginn des Nähens den Stoff „frisst“ und ein kleiner Knubbel entsteht, kann dies verschiedene Ursachen haben. In jedem Fall solltest du zunächst überprüfen, ob du die richtige Nadel verwendest und ob diese noch spitz ist.

Ansonsten kannst du versuchen, den Faden am Anfang der Naht festzuhalten. Manchmal hilft es auch, nicht direkt an der Stoffkante mit dem Nähen zu beginnen, sondern einen Zentimeter weiter im Stoff und dann wieder rückwärts nähen (bis zum Stoffanfang) und schließlich erneut vorwärts nähen, bis die Naht zu Ende ist.

Warum lässt die Nähmaschine einzelne Stiche aus?

Meistens lassen Nähmaschinen einzelne Stiche aus, wenn die Nadel entweder abgenutzt ist oder nicht zum Stoff passt. Sobald es also zu Fehlern oder Lücken im Stich kommt, solltest du die Nadel auswechseln oder überprüfen, ob die verwendete Nadel für den jeweiligen Stoff geeignet ist.

Wenn gar nichts mehr funktioniert: Wo kann ich meine Nähmaschine reparieren lassen?

Falls deine Nähmaschine nicht mehr funktioniert oder du das Problem nicht selbst lösen kannst, sollte die Nähmaschine in einem Fachgeschäft überprüft und repariert werden. Wenn das Problem häufiger auftritt, solltest du deine Nähmaschine rechtzeitig begutachten lassen, damit die Geräte-Garantie nicht abläuft.

Damit die Garantie der Nähmaschine bestehen bleibt, sollte die Maschine regelmäßig vom Fachmann gewartet werden.

Außerdem ist es generell zu empfehlen, dass die Nähmaschine zwischendurch von einem Fachmann warten lässt, um mögliche Reparaturen zu vermeiden. Vor allem bei einer neuen Maschine solltest du die die Dauer der Garantie immer im Auge behalten.

Nähmaschine

Neuere Maschinen haben meist Herstellergarantie, auf die du bei Probleme zurückgreifen kannst. Große Hersteller bieten auch außerhalb davon eine Reparatur an. Ansonsten kannst du auch in kleinen spezialisierten Läden fragen. (Foto: Pixabay.com / Steen Jepsen)

Fazit: Nähprojekt starten, aber in Ruhe und ohne Angst!

Das Nähen mit einer Nähmaschine kann am Anfang frustrierend sein. Deswegen solltest du dir Zeit nehmen und dich erstmal mit deiner Nähmaschine vertraut machen. Achte beim Nähen immer darauf, dass der Faden richtig eingefädelt und die passende Nähmaschinennadel eingesetzt ist.

Suche dir für den Anfang einfache Nähprojekte und mit ein bisschen mehr Übung kommt dann die Routine und deine Näh-Fähigkeiten werden sich schnell verbessern.

Weiterführende Literatur: Quellen und interessante Links

[1] https://de.wikihow.com/Eine-Nähmaschine-benutzen

[2] https://www.brigitte.de/leben/wohnen/selbermachen/naehen-1053194/

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Redaktion

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