Es ist schon ärgerlich, man ist gerade mitten in einem Nähprojekt und plötzlich geht nichts mehr. Die Nähmaschine streikt. Oft ist das Problem schnell behoben. Ein gerissener oder völlig verknoteter Faden sind mit wenigen Handgriffen korrigiert. Manchmal ist es aber nicht so einfach. Dann stellen sich viele die Frage: Muss meine Maschine zur Reparatur?

Bevor du jedoch nach einem, mitunter sehr teuren, Service suchst, geben wir dir hier einige Tipps, was du selber machen kann. Wir sagen dir, wie du den häufigsten Problemen zuvorkommen kannst und haben eine Checkliste vorbereitet, die du durchgehen solltest, bevor du deine Nähmaschine in fremde Hände gibst.

Solltest du deine Nähmaschine nicht selbst wieder zum Laufen bringen, stellen wir dir einige Services vor und sagen dir, worauf du achten solltest.

Bevor es so weit kommt

Du kannst schon vor dem Schadensfall einiges tun, um mit deiner Nähmaschine möglichst viele Jahre Spaß zu haben. Dazu gehört neben einer sachgemäßen Benutzung auch eine regelmäßige Reinigung und Kontrolle aller Teile.

Nähmaschine Detail

Wenn du mit deiner Nähmaschine sorgsam umgehst, wirst du einige Jahre Freude an ihr haben. (Bildquelle: pixabay.com / jackmac34)

Einige kleinere Probleme kannst du mit ein wenig Geschick auch zu Hause repapieren, für größere Probleme wirst du aber mit Sicherheit einen Fachmann zu Rate ziehen müssen. Was das kostet und wo du am ehesten fündig wirst, wollen wir dir nun erklären.

Wichtig! Öffne deine Nähmaschine niemals gewaltsam! Dann erlischt die Garantie.

Was kann ich selber reparieren?

Bleibt die Maschine einfach stehen, ist oft ein verklemmter oder verknoteter Faden Schuld. Den kann man meist recht einfach entfernen, alles wieder neu einfädeln und weiternähen.

Auch eine verbogene Nadel ist schnell ersetzt. Hat sich irgendwo Staub festgesetzt und verhindert eine reibungslose Arbeit, ist dieser schnell entfernt.

Anders sieht es bei größeren Defekten, wie verbogenen mechanischen Teilen oder kaputter Elektronik aus. Diese Dinge solltest du auf jeden Fall von einem Fachmann begutachten lassen.

Wichtig dabei ist, die Garantie zu beachten. Läuft diese nämlich noch, kannst du das Gerät meist recht unkompliziert beim Hersteller einschicken, erhältst die Reparatur im Garantiefall gratis und deine Maschine bald wieder zurück.

Nähmaschine Innenleben

Ist der Faden gerissen oder hat sich verheddert, ist das meist schnell behoben. (Foto: pixabay.com / sewingdirectory)

Beachte aber, dass es sich dabei wirklich um Garantiefälle handelt. Hast du den Defekt durch falsche Benutzung selber verschuldet, musst du zahlen.

Reparatur vom Fachmann

Hat deine Nähmaschine einen größeren Defekt, dann führt kein Weg an einer Reparatur vorbei.

Wann lohnt sich eine Reparatur wirklich?

Zunächst solltest du dir überlegen, ob sich eine oftmals teure Reparatur für dich lohnt. Handelt es sich um eine sehr günstige Nähmaschine, mit der du eh nicht mehr so richtig glücklich bist, dann kann eventuell eher eine Neuanschaffung eine Möglichkeit sein.

Nennst du hingegen eine gute Maschine dein Eigen, so ist eine Reparatur durchaus eine sehr gute Option und allemal günstiger als eine neue Nähmaschine.

Da Nähmaschinen sehr robust sind und viele Hersteller Garantien von teils 10 Jahren anbieten, ist das Alter nur bedingt ausschlaggebend für einen Neukauf, statt einer Reparatur.

Beachte aber immer, dass gerade bei älteren Nähmaschinen, die nicht mehr produziert werden, Ersatzteile oft teuer und schwer oder gar nicht mehr zu bekommen sind.

Vertragsservice oder freier Monteur?

Bei dieser Frage gilt: hast du noch Garantie auf deine Nähmaschine, musst du sie auch vom Hersteller, oder einem beauftragten Monteur reparieren lassen.

Hast du sie im Fachhandel gekauft, kannst du dort meist vorbei gehen und es wird dir dann Auskunft gegeben, wo du dich hinwenden musst.

Hast du deine Nähmaschine online gekauft, kannst du meist telefonisch oder per Email eine Anfrage stellen. In der Regel wird die Nähmaschine kostenfrei eingeschickt, repariert und an dich oder das Geschäft, in dem du sie gekauft hast, zurück geschickt.

Anders sieht es aus, wenn du keine Garantie mehr hast. Dann steht es dir völlig frei, wo du deine Nähmaschine reparieren lassen möchtest. Hast du womöglich einen Bekannten der sich die Nähmaschine einmal anschaut, kannst du auch das dann problemlos machen.

Wo finde ich einen guten Reparaturservice?

Nun kommt es darauf an, welche Methode du bevorzugst. Möchtest du dein Gerät gern selbst bei der Werkstadt abgeben, oder möchtest du den Weg über das Internet wählen?

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Finde den Fehler… #nähmaschinereparieren

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In jedem Fall wird die Maschine zunächst inspiziert und ein Kostenvoranschlag gemacht. Wenn du dich für einen Anbieter aus dem Internet entschieden hast, musst du dafür natürlich deine Nähmaschine erst einmal zuschicken.

Lass die Nähmaschine im Idealfall genau so, wie sie war, als sie dir kaputt ging. So kann der Monteur erste Schlüsse über die Ursache ziehen.

Empfehlung Anderer

Einen guten Anbieter in deiner Nähe findest du, indem du zum Beispiel in einem Handarbeitsgeschäft nachfragst. Dort hat man in der Regel Erfahrung und weiß wo du dich hin wenden musst.

Vielleicht kennst du aber auch andere Nähbegeisterte, die dir eine Empfehlung aussprechen können oder selbst schon Erfahrungen gesammelt haben.

Suchmaschinen

Online hingegen ist die Auswahl riesig und eine Wahl zu treffen fällt nicht immer leicht. Achte bei deiner Suche unbedingt darauf, dass der Monteur eine Reparatur für die Marke deiner Nähmaschine auch anbietet.

Im Internet kannst du theoretisch nach Anbietern in deiner Nähe suchen, jedoch ist die Auswahl recht dürftig und nicht so richtig befriedigend.

Online Anbieter

Einige Werkstätten haben sich darauf spezialisiert, ihre Dienste online anzubieten. Man geht also nicht mit der Maschine in ein Geschäft, sondern schickt diese zur Diagnose und Reparatur ein.

Diese Seiten können meist ein gutes Renomee vorweisen und bieten neben Reparaturservice auch Wartung und oft sogar Verkauf an.

Im Falle von die-nähmaschinenprofis handelt es sich sogar um einen zertifizierten Servicepartner von Pfaff und Janome. Negativ fällt hier jedoch auf, dass Nähmaschinen von W6 oder vergleichbaren Herstellern ausdrücklich nicht bearbeitet werden. Das ist natürlich schade, da es sich gerade bei dieser Marke um sehr gute und beliebte Anfängernähmaschinen handelt.

Auch viele Fachgeschäfte und Werkstätten haben Onlineshops und bieten vorherige Beratung via Telefon oder Email an. Das ist besonders praktisch, wenn der Anfahrtsweg weit wäre.

Beim Hersteller anfragen

Natürlich kannst du dich auch nach Ende der Garantie an den Hersteller direkt wenden. Du musst dann allerdings alle Kosten, wie Versand, Arbeitszeit und Ersatzteile, selbst tragen. Damit hast du aber auf jeden Fall die Gewissheit, dass die Monteure auf dein Gerät spezialisiert sind.

Was darf die Reparatur kosten?

Das hängt natürlich von mehreren Faktoren ab. Neben der Verfügbarkeit von Ersatzteilen, spielen auch die Marke, so wie die Schwere des Defekts eine Rolle. Auch ist es wichtig zu überlegen, ob du dir einen Fachmann vor Ort suchst, oder sie einschickst, dann kommen meist noch Versandkosten hinzu.

Pauschal lässt sich das also gar nicht so einfach sagen. Seriöse Anbieter machen dir aber auf jeden Fall einen Kostenvoranschlag und halten sich in der Regel auch an diesen Rahmen.

Es kann natürlich immer etwas Unvorhergesehenes passieren. Gute Anbieter informieren dich in diesem Fall aber immer über Mehrkosten und fangen erst nach deinem OK an, zu arbeiten.

Wichtig ist, die Reparaturkosten sollten in keinem Fall die Anschaffungskosten der Nähmaschine übersteigen. Als Ausnahme wäre hier höchstens die Instandsetzung einer historischen Maschine zu nennen.

Bildquelle: 123rf.com / 21128960

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Redaktion

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